|
SACRED
BLADE - Of the Sun + Moon Limited Edition
April 2005 - Hellion Records - Review by Sir Lord Doom
Diese Platte ist
legendär, sie ist ein Klassiker und ich brauche doch
nicht viele Worte darüber zu machen, oder? Anscheinend ja
doch, denn ein Großteil der inzwischen nachgewachsenen Banger
wird sich ihrer Existenz gar nicht mehr bewußt sein. Geboten
wurde damals, 1986, ein sehr progressiver Metal, der nichts
mit den kaltherzigen Frickeleien der heutigen "Morse Code"
Progmetal Generation zu tun hat, die Riffs und Harmonien flossen
ganz natürlich zu lebendigen Songs zusammen, wurden von beschwörenden
Gesangslinien im Zaume gehalten und durch treibende Rhythmen
mit dem nötigen Schwung versehen. Die Band um Jeff Ulmer zelebrierte
hingebungsvoll ihren mystischen Stoff, der gerne einmal ganz
geradlinig aus den Boxen donnern konnte, mit feiner Metalscreamstimme
versehen, dann wieder mit leicht nasalem Gesang in mittleren
Lagen auf den komplexeren, atmosphärischeren Songs die
Gemüter der Fans betörte, sie vollkommen in den Bann der heiligen
Klinge zog. Geschickt wurden auf den Songs Geschwindigkeits
- und Dynamikwechsel vollzogen, die die eingängige Seite
der Band nicht ins Trudeln brachten. Lasst Euch hypnotisieren,
lasst Euch von den Songs durchdringen, vollzieht sie Note
für Note nach und Ihr werdet nie wieder zurückkehren wollen.
Die Stücke haben eine angenehm entfesselte Ausstrahlung, eine
Atmosphäre wie bei einem aufziehenden Frühlingsgewittersturm,
die sich hier und dort gerne in kraftvolle Powermetaleruptionen
entläd, wo die Gitarren wilde Soli abfeuern und furiose
Leadmelodien abfeuern, wie im schnellen "Master of the sun".
Und doch sind da auch wieder rockige Stücke, die weniger von
wuchtiger Instrumentierung, als mehr von den sehr eindringlichen
Melodien leben. Es passiert eine ganze Menge auf diesem Album,
die kleinen Details offenbahren sich oft erst nach mehrmaligem
Hören und hören wird man die Scheibe oft und gerne, denn sie
nutzt sich nicht ab, auch nach zehn Jahren nicht. Instrumentalsongs
dürfen wohl bei einer progressiven Scheibe nicht fehlen, der
erste, "The Lunar Windz", hat eine sehr friedfertige, verträumte
Stimmung, wie sie Ende der 60er gerne von diversen Bands eingesetzt
worden ist, der zweite ist etwas treibender, epischer, mit
schwebender Ausstrahlung, sehr erhaben und majestätisch
und dabei kein reines Instrumental, da hier über die gesamte
Dauer des Stückes immer wieder gesprochene Textpassagen im
Hintergrund auftauchen. Ach, ja, "Moon", der Song heißt schlicht
und einfach "Moon". Keine aktuell aktive Band hat bisher den
progressiven METAL besser inszeniert, vielleicht Sacred Blades
Landsleute Thunder Rider, wobei jene wesentlich geradliniger
und hymnenhafter agieren. Hemlock kämen noch in Frage,
wenn es sie denn noch gäbe, aber tot ist tot und damit
nicht aktuell. Nun, wie gehabt, es mag viele Bands geben,
deren Sound perfekter (wobei dieses Album hier schon digital
remastert wurde und man das auch hört) ist, die noch technischer
zuwerke gehen und die noch vertracktere Strukturen offerieren,
aber die schreiben eben nicht solch packende, inspirierte
Songs, sondern basteln alleine verquere Läufe aneinander.
Sacred Blade sind und bleiben einzigartig und nur wenige Bands
konnten und können es mit ihnen aufnehmen.
Click
here to go to the Hellion Records website
|